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April 2005 |

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Leidenschaft in Farbe und Form
Armin Strittmatter, Der in Lauchringen geboren ist und heute
in Gebenstorf/ Schweiz lebt und arbeitet, ist in der Region kein Unbekannter:
Er hat bereits in Waldshut und Zurzach ausgestellt und wird sich demnächst
im Kernkraftwerk Leibstadt präsentieren. Doch auch ausserhalb
der Region hat er sich längst einen Namen gemacht und wird von
Galerien in Wien, München, Rom und Zürich vertreten. Jetzt
zeigt er rund 30 Arbeiten im Hans-Thoma-Museum in Bernau, die er unter
das Thema „Leidenschaft“ stellt.
Und leidenschaftlich gemalt sind viele seiner Arbeiten, die Jürgen
Glocker bei der Eröffnung als ein „Zusammenspiel zwischen
Abstraktion, Konkretion und angedeuteter Gegenständlichkeit“
bezeichnete. Er experimentiert mit Farben, Formen und Techniken.
So zeigt er in Bernau eine Original-Handlithographie, die er auf
einer 160 Jahre alten Steinpressehergestellt hat. Hier ist jeder
Abzug ein Unikat. Die meisten Arbeiten sind in einer Mischtechnik
hergestellt, bei der sich Acrylfarben und Lacke ergänzen und
oft collagenartig Buchstaben, Wellpappe, Seidenpapier oder gar eine
Metallplatte hinzu gefügt werden.
Bei seinen Abstraktionen – früher soll er gegenständlicher
und zeichnerischer gearbeitet haben – spielt er mit Rechtecken,
Quadraten und immer wieder mit starken Diagonalen. Oft scheinen
diese Formen zu explodieren, sich spitz in die Fläche zu bohren
oder – wie bei der grossformatigen Arbeit „Dynamic“
– sich in zuckende Ströme, Schwingungen und Blitze zu
verwandeln. Doch das bewegte Schwarz grün und Gelb ergibt kein
Chaos, sondern bleibt auch in dieser Zusammenstellung ästhetisch
schön.
Auch bei anderen Werken gilt dieses Prinzip der Ästhetik,
denn für Strittmatter „ist Kunst was gefällt“.
Und so findet man bei ihm häufig glatte, gefällige Kompositionen
mit harmonischen Formen und Farbklängen. Dazu gehören
auch die vier kleinformatigen Bilder „ Weite Sicht“,
die er ganz in Blau oder Rot taucht. Wie ein schmaler Küstenstrich
schiebt sich eine Anordnung von kleinen Häusern dazwischen,
so dass man deutlich an Landschaften erinnert wird!
Solche Farbbeschränkungen sind gelungen. Andere Bilder wirken
zu bunt, mit zuviel Rot, Blau, Gelb, Gold, Weiss und Schwarz (auffälligerweise
taucht nie Grün auf). Immer aber gibt es eine Spannung zwischen
zierlich Grazilem und breiten ruhigen Farbfeld. Witzig die „Buch(Ge)schichten“
mit drei kleinen eingearbeiteten Büchlein auf schönen Grau-Orange-tönen.
Dagegen wirken die wenigen Skulpturen ehe plakativ. Dann – überraschend
tief gehängt – eine rätselhafte dreiteilige Arbeit,
die er „Danach“ nennt und die so gar nicht in seine sonst
graue Landschaft mit fast eleganten Sendetürmen oder Masten.
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